Nach einem mehr als einjährigen Verbleib in der Mittelmeer-Einsatzgruppe der russischen Marine hatte das russische U-Boot 555 „Novorossiysk“ (Projekt 636.3 - Improved KILO-Class, Schwarzmeer-Flotte) Mitte September 2022 Tartus in Syrien Richtung Ostsee verlassen.

Zusammentreffen mit der Fregatte „Sachsen-Anhalt“ während der Verlegung 2022. Foto: Michael Nitz
Ziel der "Novorossiysk" mit ihrer bis zu 60 Mann starken Besatzung war der Marinestützpunkt Kronstad bei Sankt Petersburg, der im Oktober 2022 für eine Werftliegezeit erreicht wurde. Nach knapp zwei Jahren erfolgter Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen hat sich das 74 Meter lange und getaucht über 3.000 Tonnen verdrängende konventionelle U-Boot in Begleitung des Hochsee-/Rettungsschleppers SB 921 „Evgeniy Churov“ (Sliva-Klasse, Projekt 712, Baltische Flotte) wieder auf den Weg in Richtung Mittelmeer gemacht.

Hochsee-/Rettungsschlepper „Evgeniy Churov“. Foto: Michael Nitz
Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit hat das diesel-elektrisch angetriebene U-Boot mit seiner Unterstützungseinheit Ende August aus der Ostsee auslaufend den Großen Belt in Richtung Nordsee passiert. Bereits ab der dänischen Insel Bornholm eskortierten zwei Patrouillenboote der Königlich Dänischen Marine den kleinen Verband. In der Pommerschen Bucht schloss sich das Einsatzschiff der Bundespolizei See „Neustadt“ der Beschattungsmaßnahme des Duos an.
Gemessen an der vier Wochen dauernden Verlegung von Tartus nach Kronstadt könnte das auf der Admiralty Shipyard in St. Petersburg gebaute und im August 2014 in Dienst gestellte Boot Ende September wieder zur russischen Mittelmeergruppe stoßen, die sich auf die russische Marinebasis in Tartus/Syrien abstützt.

Einsatzschiff „Neustadt“ BP84. Quelle: Bundespolizei
Wie es dann mit dem bereits seit 10 Monaten im Mittelmeer-Einsatz befindlichen Schwesterschiff 490 „Ufa“ (Pazifikflotte) weitergehen wird, bleibt abzuwarten. Möglicherweise wartet es noch auf die Ankunft des Schwesterschiffes 451 „Mozhaysk“, das sich noch in der Ostsee befindet, um gemeinsam die Verlegung zum Heimathafen an der Pazifikküste anzutreten. Möglich ist aber auch, dass die „Ufa“ vor der Verlegung in den Pazifik ebenfalls zu einer Werftliegezeit in die Ostsee zurückkehrt.
Text kdk, ajs, Michael Nitz










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