"One Earth - One Ocean", OEOO - eine deutsche Non-Profit-Umweltorganisation - hat in 2022 ihre Idee zum Konzept weiterentwickelt, bei dem ein gebrauchtes Frachtschiff umgebaut und zu einem mobilen Recycling- und Energieerzeugerschiff in entlegenen Metropol- oder Vermüllungsregionen seine Arbeit aufnehmen soll.[ds_preview]

SeeElefant. Grafik: OEOO
Der "SeeElefant" ist eine von Umweltministerium, Umweltbundesamt und dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnete Konzeption zum maritimen Recycling. Das "initial design" für einen knapp unter 200 Meter langen Bulk-Carrier mit vier Kränen, das sogenannte Prozessschiff, ausgelegt für eine Verarbeitungskapazität von 60.000 Tonnen maritimen Plastikmüll pro Jahr, das aber auch nach Festmachen über die Pier landseitigen Müll verarbeiten kann, wurde im Februar diesen Jahres vorgestellt. Nun sucht das OEOO-Team neben der Sichtung des Second-Hand-Marktes auch Lösungen für die Fragen der Investition, Finanzierung, Bereederung und den Betrieb. Gegen Ende 2023 soll eine deutsche Werft mit dem Umbau des Bulkers beauftragt werden, so dass Mitte 2025 ein Probebetrieb in der Nord- und Ostsee begonnen werden kann. Ziel ist es, ab 2026 in einem südostasiatischen Ballungszentrum ankernd die Meeresvermüllung zu reduzieren und lokale Entsorgungsinfrastrukturen zu unterstützen.

Innenleben des "SeeElefanten". Grafik: OEOO
Das Verfahren
Über bereits in der Praxis erprobte kleine Feederboote/Müllrechen namens "SeeHamster" und "SeeKuh" wird der an Bord abgelieferte Plastikmüll über eine LVP-Sortieranlage (Leichtverpackung) in den Frachträumen des Bulkers sortenrein getrennt, zu Kunststoffballen gepresst und den Wertstoffkreisläufen an Land zugeführt. Eine zusätzlich eingebaute Waste-to-Energy-Anlage, die mit aufwändiger Filtertechnik auch anspruchsvolle internationale Emissionsstandards einhält, erzeugt aus den thermisch verwertbaren Sortierresten elektrische Energie, die an Bord genutzt oder bei Überschuss auch in das jeweilige Landstrom-Netz eingespeist und verkauft werden kann. Weiterhin sollen großflächig eingerichtete Forschungsmöglichkeiten an Deck Platz bieten für zusätzliche Plastik- und Müllanalysen sowie Versuche zur Verarbeitung von Müll im Rahmen neuerer Waste-to-Fuel-Technologien.

"SeeElefant" im mobilen Einsatz mit Landanbindung. Grafik: OEOO
Kleine Anfänge - große Ziele
One Earth - One Ocean betreibt bereits Müllsammel-Boote in Kambodscha, Brasilien, Indonesien, Ägypten und den Philippinen. Dieses Jahr noch soll ein "SeeHamster" auf dem Victoria-See in Uganda "ausgesetzt" werden. OEOO ist weltweit engagiert in der Forschung zu Mikroplastik und dokumentiert, unterrichtet und fördert maßgeblich ein allgemeines Umweltbewusstsein in Bezug auf Meeresverschmutzung.










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