USS Michigan zu Besuch in Busan, Südkorea: Foto: US-Navy

USS Michigan zu Besuch in Busan, Südkorea: Foto: US-Navy

Südkorea: USS „Michigan“ zu Besuch

Im April 2023 vereinbarten die Präsidenten Südkoreas und der Vereinigten Staaten, dass wieder ein mit Atomwaffen ausgerüstetes U-Boot der US-Navy Südkorea besuchen wird. Dies sei Teil einer bilateralen Vereinbarung über die Verbesserung der "regelmäßigen Sichtbarkeit" strategischer US-Mittel auf der koreanischen Halbinsel und als Reaktion auf Nordkoreas wiederholte Drohungen und fortschreitendes Atomprogramm.

Show of force

Im Juni nahm dann nicht nur ein strategischer US-Bomber vom Typ B-52 an militärischen Übungen in Südkorea teil, auch USS „Michigan“ (SSGN 727/Ohio-Klasse), ausgerüstet mit 150 Marschflugkörpern, besuchte[ds_preview] nach 2015 erneut den Hafen von Busan. Einen Tag nach der Wiederaufnahme der nordkoreanischen Raketentests und nach dem gescheiterten Start eines Spionagesatelliten Ende Mai sollte ein Zeichen der Stärke gesetzt werden. Wie lange USS „Michigan“ in den koreanischen Gewässern verbleibt wurde nicht mitgeteilt.

Die Geografie rund um das Japanische Meer / Ostmeer. Grafik: wikimedia/commons

Nordkoreas Drohgebärde

Nordkorea teilte in einer von der Zentralen Koreanischen Nachrichtenagentur (KCNA) verbreiteten Erklärung mit, dass US-Aufklärungsflugzeuge kürzlich seinen Luftraum in der Nähe der Ostküste verletzt hätten und es keine Garantie dafür gäbe, dass ein strategisches Aufklärungsflugzeug der US-Luftwaffe nicht über dem Ostmeer abgeschossen werden könne. Die Bezeichnung "Ostmeer" ist die koreanische Lesart für Japanische Meer/Sea of Japan.

Nordkorea verurteilte auch das Einlaufen eines strategischen U-Bootes in die Gewässer der koreanischen Halbinsel und erklärte, dass dies einen Atomkonflikt in greifbare Nähe rücke. Das Vorhaben sei eine unverhohlene nukleare Erpressung Nordkoreas und der Länder der Region - es stelle eine ernste Bedrohung des Friedens dar, so KCNA. Nun hänge es von den zukünftigen Handlungen der USA ab, ob es in der Region der koreanischen Halbinsel zu einer nuklearen Eskalation komme, die niemand wolle.

Kluger Schachzug

Der südkoreanische Präsident hat zudem am NATO-Gipfel in Vilnius/Litauen teilgenommen und sich erfolgreich mit Japans Regierungschef um eine engere Zusammenarbeit mit der NATO bemüht. In dem individuell abgestimmten Partnerschaftsprogramm wurde vereinbart, dass Japan künftig in sechzehn und Südkorea in elf Bereichen enger mit den Nato-Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten werde. Dazu gehören neben Terrorismusbekämpfung, Cybersicherheit und technologische Zusammenarbeit auch eine stärkere Abstimmung von Standards bei Waffen und Kommunikation.

Chinas erbost

Das englischsprachige Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, die „Global Times“, sprach nach dem NATO-Gipfel von einer „Quasi-Allianz“ und einer „Natoisierung des asiatisch-pazifischen Raums“. Das plötzliche militärische Interesse der Europäer in der Region sei befremdlich.

Quelle: gCaptain, Handelsblatt, Thai PBS

17. Juli 2023 | 0 Kommentare

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