Northrop Grumman entwickelt selbststeuernde Munition für das Mk 110.
Wie am 4. Oktober gemeldet wurde, hat die US Navy der Firma Northrop Grumman den Entwicklungsauftrag für eine neue 57-Millimeter-Lenkmunitionsvariante erteilt. Das Unternehmen legte die technischen Grundlagen der Munition bereits in Eigeninitiative. Der nun vergebene Auftrag dient der Entwicklung bis zur Serienreife und der damit verbundenen Erprobung. Die neuen Granaten sind für den Einsatz durch das Deckgeschütz Mk 110 vorgesehen, das derzeit auf den Littoral Combat Ships (LCS) der Navy eingesetzt wird. Das vollautomatische Geschütz lässt sich sowohl gegen Flugziele – einschließlich UAVs und Seezielflugkörper – sowie gegen Seeziele einsetzen.[ds_preview] Die Waffe kann bis zu 220 Schuss pro Minute abfeuern und besitzt eine effektive Reichweite von mehr als neun Seemeilen.
Die neue Lenkmunition wurde zur Abwehr von schnell fahrenden bemannten und unbemannten Booten, Bootsschwärmen sowie unbemannten Luftfahrzeugen entwickelt. Die Präzisionsgranate manövriert während des Zielanfluges wie ein Lenkflugkörper, um die Ausweichversuche der feindlichen Ziele auszugleichen. Der Zünder kann für eine möglichst wirksame Bekämpfung des Ziels autonom entscheiden, ob der Hochexplosivsprengkopf im Annäherungs- oder Aufschlagsmodus detonieren soll.

Die neue, manövrierfähige Granate, Grafik: Northrop Grumman
„Unsere neue, manövrierfähige 57-Millimeter-Präzisionsmunition ist äußerst innovativ in ihrer Fähigkeit, ein Ziel zu identifizieren und zu verfolgen, um sich anschließend eigenständig ins Ziel zu lenken“, erklärte David Fine, der für Waffensysteme zuständige Vizepräsident von Northrop Grumman. „Die Navy wird eine gesteigerte Fähigkeit zur Abwehr von beweglichen Bedrohungen erhalten.“ Die neue Munition verspreche auch ein bisher unerreichtes Maß an Zielgenauigkeit für die schnelle und präzise Zerstörung der Ziele, sagte Fine weiter.
Das manövrierfähige Geschoss ergänzt die drei Projektilvarianten, die bereits vom Mk 110 eingesetzt werden können. Durch den in der Spitze integrierten Zielsucher und das hinten befindliche Steuerungssystem bietet das Geschoss eine kontinuierliche Flugbahnführung, und zwar unabhängig davon, wie oft das Ziel seine Richtung ändert. Diese neue Lenkmunition werde der Navy eine kostengünstige Lösung mit größerer Reichweite gegen kleine, schnelle Bedrohungen bieten, ohne dass Änderungen am Waffensystem erforderlich seien, erklärte Northrop Grumman anlässlich der Vertragsvergabe.
Grundsätzlich wird jedes Geschütz des Typs Mk 110 die neue Munitionsvariante einsetzen können. Das Waffensystem wird derzeit nicht nur auf den LCS der US Navy, sondern auch auf den fregattengroßen National Security Cuttern (LEGEND-Klasse) der US Coast Guard eingesetzt. Künftig werden auch die amerikanischen Fregatten der CONSTELLATION-Klasse, deren Einführung für 2026 geplant ist, sowie die ab dem kommenden Jahr zustoßenden Einheiten der 110 Meter langen HERITAGE-Klasse der USCG ein solches Deckgeschütz führen.
Die Seestreitkräfte und Küstenwachen von zehn weiteren Nationen setzen ebenfalls das schwedische Geschützsystem ein, das international als Bofors 57 Mk 3 bezeichnet wird. Hierzu gehören auch die vier Küstenwachschiffe der POTSDAM-Klasse, die bei der deutschen Bundespolizei im Einsatz sind.
Sidney E. Dean










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