Das US-Verteidigungsministerium (DoD) veröffentlichte Anfang Januar 2025 seine jährliche Liste von Unternehmen, die mit dem chinesischen Militär in Verbindung stehen. Nun taucht in dieser Liste auch der Schifffahrtsriese COSCO Shipping auf sowie zwei seiner Tochtergesellschaften und weitere Firmen, darunter die Ölgesellschaft China National Offshore Oil Corporation (CNOOC).
Über Verbindungen zwischen chinesischen Firmen und dem eigenen Militär wird schon seit langem berichtet. Das Pentagon konkretisiert immer wieder diese Liste, um US-amerikanische Firmen von einer Zusammenarbeit mit den insgesamt 134 aufgeführten Unternehmen abzuhalten. Darunter befinden sich[ds_preview] die China International Marine Corporation (Hersteller von Schiffscontainern), die China Shipbuilding Trading Co, eine Tochter der staatlichen CSSC (China State Shipbuilding Corporation), die den chinesischen Schiffbau weltweit fördert, sowie auch der führende Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL).
Analysten gehen bereits seit längerem davon aus, dass Verbindungen in allen Bereichen zwischen der chinesischen Industrie und dem Militär bestehen.
Hintergrund
Der National Defense Authorization Act (NDAA) ist ein Bundesgesetz der Vereinigten Staaten, das den Haushalt, die Ausgaben und die Richtlinien für das US-Verteidigungsministerium für das jeweilige Geschäftsjahr festlegt. Das Haushaltsjahr 2021 enthielt u. a. die Forderung des Kongresses, jährlich eine Liste „chinesischer Militärunternehmen“ zu erstellen und zu veröffentlichen. Das Pentagon legt die Kriterien für die Einstufung als „chinesische Militärunternehmen“ fest und prüft die Unternehmen.

NDAA 2024. Foto: US-Government
Der US-Regierung ist es strikt untersagt und Privatunternehmen sollen davon abgehalten werden, mit den gelisteten Unternehmen Geschäfte zu machen.
Es ist nicht das erste Mal, dass COSCO Shipping, das sich selbst als größte Reederei der Welt bezeichnet, von der US-Regierung unter die Lupe genommen wird. Die erste Trump-Regierung verhängte 2019 Sanktionen gegen COSCO wegen des Transports iranischen Öls. Die Sanktionen wurden allerdings im darauffolgenden Jahr wieder aufgehoben.
Man darf gespannt sein, ob diese Sanktionen mehr als ein symbolischer Akt sind. Der Vergleich der COSCO-Betriebsergebnisse 2024 zu 2025 könnte nächstes Jahr ggf. Aufschluss geben.
kdk, The Maritime Executive










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