Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung auf der „Neustadt“. Bild: Michael Nitz

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung auf der „Neustadt“. Bild: Michael Nitz

DLR und Bundespolizei stärken Zusammenarbeit bei maritimer Sicherheit

Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR in Köln) und die Bundespolizei (BPol) arbeiten im Bereich der maritimen Sicherheit enger zusammen. Die DLR-Vorstandsvorsitzende und der Präsident des Bundespolizeipräsidiums (Potsdam) unterzeichneten am 21.11.2024 einen Kooperationsvertrag in Neustadt/Holstein.

In dem Vertrag geht es um die gemeinsame Erprobung und Weiterentwicklung von Fähigkeiten zum Schutz maritimer kritischer Infrastrukturen (KRITIS).

Für das DLR ist Sicherheit eines der Grundbedürfnisse der globalisierten Gesellschaft. Als Querschnittsthema bringt[ds_preview] die zivile Sicherheits- und Verteidigungsforschung des DLR alle Kompetenzen und Infrastrukturen aus Luft- und Raumfahrt sowie Verkehr und Energie zusammen. Die BPol sei einer der wichtigsten Kooperationspartner des DLR im Bereich der öffentlichen Behörden und Agenturen. Diese Zusammenarbeit ermögliche den gezielten Austausch und die konsequente Weitergabe von Wissen und Erfahrungen, sowie von Innovation und Technologien, so die Vorstandsvorsitzende.

Der BPol eröffne die Zusammenarbeit mit dem DLR neue Möglichkeiten, moderne Technologie und wissenschaftliche Expertise in die Arbeit der Bundespolizei zu integrieren. Dies stärke nicht nur ihre Einsatzfähigkeit, sondern sei auch ein bedeutender Schritt in die Zukunft. Die Partnerschaft mit dem DLR sei ein weiterer Baustein für die Sicherheit unseres Landes, so der Präsident.

Die Seekatze beim Einsatz im Hafenbecken. Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Die Seekatze beim Einsatz im Hafenbecken. Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Die Kooperationsvereinbarung wurde auf dem Einsatzschiff „Neustadt“ (Potsdam-Klasse, 86 Meter) der BPolSee unterzeichnet. Die „Neustadt“ ist erst seit Sommer 2023 im Dienst. Auf dem Schiff stellte das DLR über Videos und Schautafeln unter anderem das 3,50 Meter lange Tauchboot Seekatze vor. Das autonome Unterwasserfahrzeug detektiert bis zu einer Tiefe von 600 Metern beispielsweise Beschädigungen an Pipelines und Datenkabeln oder spürt verlorene Ladung auf. Das DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen in Bremerhaven entwickelt die Fähigkeiten der Seekatze laufend weiter.
Das DLR informierte zudem über einen ferngesteuerten Tauchroboter (Remotely Operated Vehicle, ROV) der Unterwasseraufnahmen erstellt. Die hochaufgelösten Bilddaten des ROV bieten in Echtzeit einen genauen Blick auf die Lage unter Wasser. Die Sensorik erfasste in einem früheren Projekt schon Informationen über gesunkene Schiffe oder Munition.

Autonomer Tauchroboter im Einsatz. Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Autonomer Tauchroboter im Einsatz. Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Hintergrundinformationen

Das DLR und die BPol arbeiten seit etwa 15 Jahren gemeinsam an Themen, die die Sicherheit Deutschlands – gerade auch im maritimen Bereich – betreffen. Ein Beispiel ist das Projekt EMSec (Echtzeitdienste für die maritime Sicherheit), bei dem die Beteiligten Satellitenaufnahmen, Luftbilder und Schiffssignalmeldungen zu aktuellen Lagebildinformationen bündeln. Im Projekt HEDELA (Helicopter Deck Landing Assistance) hat das DLR gemeinsam mit der BPol Assistenzsysteme zur Unterstützung von Hubschrauber-Pilotinnen und -Piloten bei der sicheren und präzisen Landung auf Schiffen erforscht und im Projekt MaRPAS3 (Maritimer Remotely Piloted Aircraft System - Betrieb 3) ging es darum, ein unbemanntes Fluggerät auf einem Schiffsdeck zu landen. Im Oktober 2024 haben BPol, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und das DLR gemeinsam Tests zur Abwehr von Drohnen durchgeführt. Ziel war es, Erkenntnisse zur Erhöhung der Sicherheit im Seeverkehr zu gewinnen.

Visionsbild eines Ampelsystems an bzw. vor einem Hafen. Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Visionsbild eines Ampelsystems an bzw. vor einem Hafen. Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Das DLR ist das deutsche Forschungs- und Technologiezentrum für Luft- und Raumfahrt. In seinen Kerngebieten werden Technologien für Luft-, Raumfahrt, Energie und Verkehr sowie Sicherheits- und Verteidigungsforschung entwickelt.

Das DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen mit Sitz in Bremerhaven wurde im Jahr 2017 als eines von mehreren neuen DLR-Instituten gegründet. Die wissenschaftlich-technischen Arbeiten des Instituts fokussieren sich auf die Resilienz maritimer Infrastrukturen. Ziel aller Konzeptionen, Analysen, Entwicklungen und Erprobungen ist es, Akteure, Nutzer und Verantwortliche zu befähigen, die Gefahren für maritime Infrastrukturen nicht nur zu erkennen und zu begreifen, sondern auch die Gefahrenabwehr in einer zeitgemäßen und effizienten Art zu planen und durchzuführen.

Quelle: DLR, kdk

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