Chinesischer Schwerlastfrachter „Zhong Ren 121“ liefert neue Kranbrücken. Foto: HHLA/Raetzke

Chinesischer Schwerlastfrachter „Zhong Ren 121“ liefert neue Kranbrücken. Foto: HHLA/Raetzke

USA – Cyber-Bedrohungspotenzial durch chinesische Hafenkräne

Die US-Küstenwache hat eine neue Maritime Cybersicherheitsrichtlinie (MARSEC) herausgegeben, die auf in China hergestellte Ship-to-Shore-Kräne (STS-Kräne) abzielt und die auf die wachsende Besorgnis über Schwachstellen in der Sicherheit der maritimen Infrastruktur Amerikas eingeht.

Die neue Richtlinie folgt auf frühere Sicherheitsmaßnahmen, u. a. vom Februar 2024, und legt zusätzliche Anforderungen an das Risikomanagement für Kräne chinesischer Hersteller fest. Beispielsweise mache der eingebaute Fernzugriff und damit die Kontrolle über diese STS-Kräne in Verbindung mit den Erkenntnissen über Chinas Interesse an einer Störung kritischer Infrastrukturen ein sofortiges Handeln der USA erforderlich, so die Richtlinie.

Marineforum.online berichtete im Mai 2024 darüber: „USA warnen vor chinesischen Hafenausrüstern“.

Die Richtlinie folgt auf einen Untersuchungsbericht vom September 2024, der vom House Committee on Homeland Security veröffentlicht wurde. Dieser deckte erhebliche Schwachstellen in der Cybersicherheit und der nationalen Sicherheit in den US-Häfen auf. Containerkräne aus chinesischer Produktion sind an der Küste der USA prominent vertreten. Der Hersteller Shanghai Zhenhua Heavy Industries (ZPMC), ein chinesisches Staatsunternehmen, hält den größten Anteil an diesen Anlagen.

Automatisierte Kranbrücken für Altenwerder. Foto: HHLA/Raetzke

Automatisierte Kranbrücken für Altenwerder. Foto: HHLA/Raetzke

Dem Bericht zufolge gäbe es deutliche Hinweise, dass ZPMC quasi als trojanisches Pferd dazu dienen könnte, der chinesischen Partei und seinem Militär dabei zu helfen, die maritime Infrastruktur der USA auf deren Wunsch hin zu manipulieren, warnte der Homeland Security Ausschussvorsitzende.
Denn bereits 2023 hatte das Wall Street Journal darüber berichtet, dass das FBI nachrichtendienstliche Erfassungsgeräte an den ZPMC-Kränen im Hafen von Baltimore entdeckt habe; mit beunruhigenden Verbindungen zwischen ZPMC und Chinas militärischen Interessen, einschließlich nicht genehmigter Installationen von Mobilfunkmodems, mutmaßlich um Fernzugriff auf US-Hafenanlagen zu erhalten.
US-Hafenbetreiber und Kranbesitzer müssen sich nun an ihren örtlichen Hafenkapitän oder Bezirkskommandanten der Küstenwache wenden, um die neue Richtlinie mit den sensiblen Sicherheitsinformationen zu erhalten. Für den Zugang ist eine spezielle Genehmigung erforderlich.

Und wie geht es in Deutschland weiter?

Der Hamburger Hafen will seine Position im internationalen Wettbewerb mit neuen Hightech-Kränen stärken und sich somit besser für die Zukunft aufstellen. Am 14. Dezember 2024 legte der chinesische Schwerlastfrachter „Zhong Ren 121“ am Containerterminal Altenwerder an, an Bord drei hochmoderne Containerbrücken.

Medienberichten zufolge arbeiten die Kräne künftig ohne Kranführer auf der Brücke, also ferngesteuert. Sie sollen den Containerumschlag beim Hafenlogistiker HHLA in Altenwerder ab 2025 beschleunigen. Die Kräne wurden von der Firma Liebherr teilmontiert aus Irland geliefert.
Die HHLA gilt als Herz des Hamburger Hafens mit ihren drei Containerterminals – Tollerort (mit Beteiligung der chinesischen Staatsreederei COSCO), Altenwerder und Burchardkai. Nicht bekannt ist, ob chinesische Bauteile verwendet wurden.

kdk, gCaptain, mopo

23. Dez. 2024 | 0 Kommentare

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